Lizenzvergleich: Ultraleicht, LAPL oder PPL?

Du träumst vom Fliegen und möchtest unbedingt einen Flugschein machen? Aber welche Lizenz ist die richtige für dich?

Erstmal stellt sich natürlich die Frage, welche Lizenzen es überhaupt gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben.

1. Die SPL (A), also die Sport-Pilot-License (Aircraft), ist die Ultraleicht-Fluglizenz und berechtigt dich zum Fliegen eines sogenannten Luftsportgerätes (beispielsweise einem Drei-Achser).

2. LAPL (A) steht für die Light-Aircraft-Pilot-License (z. B. für eine Cessna).

3. PPL (A) bedeutet Privat-Pilot-License und ist die größte Lizenz aus dieser Reihe (später auch Klassenerweiterung auf mehrmotorige Flugzeuge möglich).

Im Folgenden zeige ich dir die wichtigsten Unterschiede und Eigenschaften, um dir bei deiner Wahl bestmöglich helfen zu können.

Die SPL (A)

Das Gewicht ist entscheidend für dich, denn es beschreibt die maximale Last beim Abflug, inklusive Tank, Gepäck und dem Piloten.

Bei der SPL (A) beträgt dies seit einer neuen gesetzlichen Regelung im Januar bis zu 600 kg, allerdings sind die meisten Ultraleicht-Flieger noch auf 472,5 kg (also dem alten Richtwert) zugelassen, das heißt es ist eine neue Zulassung auf 600 kg erforderlich, um mit diesem Gewicht auch starten zu dürfen. Trotzdem ist das Höchstgewicht jetzt doch deutlich einfacher einzuhalten als zuvor. Die maximale Personenmitnahme (inklusive des Piloten) ist hier auf zwei Personen begrenzt.

Was das Fliegen außerhalb von Deutschland angeht, so ist diese Lizenz eingeschränkt, da hier nationale Gesetze gelten. Du musst dich also gut informieren, in welchen Ländern du damit fliegen darfst und in welchen nicht.

Die Mindeststunden der Flugausbildung liegen für die Sport-Pilot-License bei 30 Stunden, jedoch benötigst du für die Mitnahme einer weiteren Person eine sogenannte Passagierberechtigung (zusätzlich 10 Stunden Solo-Flug). Die Gültigkeit des Scheins der SPL (A) besteht lebenslang, du musst aber bestimmte Bedingungen erfüllen: 12 Stunden Flug in den letzten 24 Monaten sowie eine Stunde Überprüfungsflug. Solltest du nicht auf die Stunden kommen, kannst du dann aber auch drei Monate vor Ende einen Überprüfungsflug mit einem Fluglehrer absolvieren. Bei Nicht-Einhalten wird die Lizenz eingefroren und du musst erneut eine komplette praktische Prüfung ablegen.

Ein Upgrade auf die LAPL (A) ist bei der SPL (A) nicht möglich, was ein großer Nachteil ist. Du müsstest also, solltest du dann doch mal europaweit und mit mehr als zwei Personen fliegen wollen, den kompletten Schein für LAPL (A) mit allen Stunden noch einmal machen.

Nacht- und Kunstflüge sind hier genau wie Instrumentenflug/Mehrmotorig (nur bei PPL) leider nicht möglich.

Natürlich ist ein weiterer Faktor für dich von Interesse, und zwar die Kosten. Zunächst einmal sind die fixen Kosten bei allen Lizenzen gleich (Theorie, Fluglehrer), variable Kosten unterscheiden sich aber stark.

Beispielsweise zahlst du an Charter-Gebühren mindestens das 1,5-fache für PPL (A) zugelassene Flugzeuge als für Ultraleicht-Flieger. Der Preis für die Lizenz ist nur ein grober Richtwert, da es natürlich stark von dir und deinem Verein/deiner Flugschule abhängt. Hier wären das um die 5.000 – 6.000€.

Kommen wir noch zu den Voraussetzungen der SPL (A)… LAPL (A)-Medical ist Pflicht bei den ersten beiden Lizenzen dieser Reihe, bis zum 40. Lebensjahr ist das dann immer fünf Jahre und ab 41 Jahren dann jeweils zwei Jahre gültig. Das Mindestalter dieser Lizenz beträgt 16 Jahre und ein Funksprechzeugnis (BZF 1 oder 2) ist optional, aber empfehlenswert. Natürlich musst du außerdem bei allen drei Scheinen einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen können.

Fazit: Du möchtest keine Klassenerweiterungen mehr machen, dir reicht Sichtflug und du brauchst keine mehrmotorigen Flugzeuge und Sitzplätze für deine Freunde/Familie?

  • Dann ist die SPL (A) genau richtig für dich. Außerdem hast du nicht nur den Kostenvorteil, sondern auch meist modernere Flugzeuge als in den anderen Lizenzen. Dazu kommt, dass du auch noch einen (vorgeschriebenen) Rettungsschirm hast, mit dem du im Notfall landen könntest. Allerdings sollten dir die Nachteile dieser Klasse bewusst sein, bevor du dich dafür entscheidest!

Die LAPL (A)

In dieser Lizenz sind bis zu 2.000 kg Abfluggewicht erlaubt und sie ist auf vier Personen beschränkt.

Du kannst europaweit fliegen, wobei sich dies nur auf die EASA-Staaten versteht. Die Mindeststunden liegen hier ebenfalls bei 30 Stunden plus weitere zehn Stunden für die Passagierberechtigung.

Genau wie bei der SPL (A) musst du für den Scheinerhalt 12 Stunden in den letzten 24 Monaten und einen Überprüfungsflug leisten, jedoch gibt es in dieser Lizenz verschiedene Klassen, wie zum Beispiel Motorsegler oder die Single-Engine Piston. Hier bezieht sich die Berechtigung auf eine Klassenlizenz, die nicht abläuft. Ein Nachteil ist hier aber, dass bei jedem Flugdatum innerhalb der letzten 24 Monate die Stunden gemacht werden mussten. Man muss also viel regelmäßiger fliegen als zum Beispiel bei der PPL (A).

Eine weitere Besonderheit ist, dass du bei der LAPL (A) die Flugstunden auch mit Flugauftrag nachholen könntest, was bei den anderen Klassen nicht möglich ist.

Anders als bei der SPL (A) besteht hier die Möglichkeit ein Upgrade auf die PPL (A) zu machen! Auch Nacht- und Kunstflug sind hier möglich.

Kostentechnisch kannst du für diese Fluglizenz ca. 7.000 – 8.000€ einplanen.

Bei den Voraussetzungen für den Schein unterscheidet sich die LAPL (A) nur im Mindestalter, was hier 17 Jahre beträgt, und dem benötigten Funksprechzeugnis (BZF 1 oder 2) von der SPL (A).

Fazit: Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob du später mal ein Upgrade machen möchtest, aber schon weißt, dass du zum Beispiel auch außerhalb des deutschen Luftraums fliegen willst, dann kann ich dir die LAPL (A) empfehlen. Dazu kommen natürlich Gewicht und Personenanzahl an Bord, die bei dieser Lizenz deutlich höher liegen. Das Beste ist hier aber, dass du dir nach Erhalt dieses Scheins mit einer theoretischen Einweisung auch die Ultraleicht-Lizenz holen aber auch auf PPL (A) upgraden kannst!

Die PPL (A)

Bei der größten dieser drei Klassen, der PPL (A), darfst du unbegrenztes Gewicht mit unbegrenzt vielen Personen auf die Startbahn bringen und weltweit fliegen. Mindestens 45 Stunden sind Pflicht und die Passagierberechtigung ist bereits inkludiert.

Anders als bei den ersten beiden Lizenzen musst du hier innerhalb von 12 Monaten deine 12 Stunden bewältigt haben, um den Schein zu erhalten.

Mit der PPL (A) kannst du später sogar Berufspilot werden, denn jeder Berufspilot absolviert auch eine PPL (A) zum Anfang. Kunst- und Nachtflüge sind auch hier neben erstmals Instrumentenflug (z. B. durch Wolken oder bei schlechtem Wetter) und dem Fliegen von mehrmotorigen Flugzeugen möglich.

Preislich bewegen wir uns bei der PPL (A) grob zwischen 10.000 – 12.000€.

Vorausgesetzt für diese Lizenz sind das Klasse 2-Medical (mit Augenuntersuchung), welches bis 40 Jahre eine Gültigkeit von fünf Jahren, zwischen 41-50 Jahren eine Gültigkeit von zwei Jahren hat und ab 51 Jahren nur noch jährlich gültig ist, sowie ein Mindestalter von 17 Jahren.

Auch das Sprachfunkzeugnis (BZF 1 oder 2) sind hier Pflicht, sowie eine Zuverlässigkeitsüberprüfung und ein polizeiliches Führungszeugnis.

Fazit: Die PPL (A) ist deine einzige Option, wenn du weltweit und in Gewicht und Personenanzahl unbeschränkt fliegen willst. Auch wenn du später Berufspilot werden möchtest, geht das nur mit der PPL (A), die dich gleichzeitig auch für das Fliegen von mehrmotorigen Maschinen vorbereitet.

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