Die Kurse in der Funknavigation: QDM, QDR, QTE und QUJ

Jeder der seine Privatpilotenlizenz macht trifft früher oder später auf das unbeliebte Thema Funknavigation. In Zeiten von GPS-Sender und Smartphones erscheint dieser Bereich der Luftfahrt schon längst überholt und nicht mehr zeitgemäß. Aber was passiert wenn das Smartphone mal ausfällt? Spätestens dann ist es hilfreich einige Grundkenntnisse über die Radionavigation zu wissen. Und wenn dich das immer noch nicht überzeugt hat: in der Theorieprüfung kommt es in dem Fach Navigation auch vor! Also lass uns mal anfangen …

Hauptsächlich verwendet man die Gegebenheiten der Funknavigation um in der Luftfahrt zu navigieren, so dienen Funkfeuer als feste Referenzpunkt auf der Karte, an denen man sich orientieren kann. Ein NDB (non-directional beacon) ist ein umgerichtetes Funkfeuer, welches kontinuierlich Funkwellen in alle Richtungen ausstrahlt, ähnlich wie ein Radiosender.

Mit Boardinstrumenten, wie der Relative Bearing Indicator (RBI) können, wir diese Funkwellen empfangen und uns daran orientieren. Praktisch: Wir können das Funkfeuer nur durch die Instrumente anfliegen, wenn diese z.B. in der Nähe unseres Zielorts liegt. Wenn nicht: können wir von dort wieder ein anderes Funkfeuer anfliegen usw. Jedoch gibt es dafür verschiedene Kurse und die schauen wir uns mal an…

Die 4 Kurse


Zuerst ist es wichtig zu wissen, dass wir zwei verschiedene Nordpole haben. Einmal TN (True North), den geografischen Nordpol und MN (Magnetic North), den magnetischen Nordpol, an den sich unsere Kompasse orientieren. Je nachdem, an welchen Nordpol sich unsere Kurse orientieren, teilen sie sich in zwei Gruppen ein: missweisend und rechtweisend

So beschreibt der QUJ den rechtweisenden Kurs von dem Flieger zur Bodenstation. Und der QTE die umgekehrte Peilung, also den rechtweisenden Kurs von der Station zum Flieger. Beide Kurse gehen von den geografischen Nordpol aus.

Für uns relevanter: QDM und QDR. Sie beschreiben die beiden Kurse welchen von dem magnetischen Nordpol ausgehen. Dies ist insofern einfacher, da unserer Kreiselkompass im Flugzeug auch auf den missweisenden Kurs eingestellt ist. QDM ist folglich die missweisende Richtung zur Station und QDR die missweisende Richtung von der Station.

Wie wir den QDM und QDR jetzt nutzen können

Angenommen wir wollen jetzt eine Bodenstation anfliegen, da diese in unserer Routenplanung auf dem Weg liegt und so ein guter Ortientierungspunkt ist. Jetzt kommen die beiden Geräte: Kreiselkompass und Relative Bearing Indicator ins Spiel.

Der Kreiselkompass (=Dyrectional Gyro, kurz DG), gibt uns die Richtung der Flugzeuglängsache bezogen auf den MN an. Der relative Bearing Indicator (RBI) hingegen zeigt die Richtung zum Funkfeuer bezogen auf die Flugzeuglängsachse an. Fliegen wir jetzt ein Kurs von 30° und unser NDB liegt ca in 45° uns, zeigen unsere Instrumente dies so an:

Der DG zeigt unseren aktuellen Kurs von 30° an, und der RBI zeigt uns eine Abweichung vom Kurs zum Funkfeuer von 15°, dies nennt man relative Bearing. Addiert würde dies 45° ergeben und das ist unser QDM, missweisender Kurs zur Station.

Laut unseren aktuellen Kurs würden wir jedoch knapp (mit 15°) an der Bodenstation vorbei fliegen. Demnach müssten wir das QDM von 45° im Kreiselkompass anfliegen. Folglich würde unser RBI 0 anzeigen, sprich wir fliegen genau den Kurs zur Station. Dies sähe dann wie folgt aus…

Theoriefrage Typ 1: Wo befindet sich unser Flugzeug in Bezug auf die Bodenstation?

Der QDR beschreibt den missweisenden Kurs von der Station zum Flugzeug, dementsprechend müssen wir einfach nur 135° von der Station ausgehen. Dementsprechend befindet sich unser Flieger im Südosten der Station.

Ein wenig verändern tut sich das ganze, wenn ein QDM gegeben ist. Da der QDM der missweisende Kurs zu Station ist, zeichnen wir zuerst unser Flugzeug ein und gehen von da unsere 135°. Folglich befindet sich das Flugzeug im Nordwesten der Station.

Theoriefrage Typ 2: Umrechnung der Kurse

Für die Umrechnung der Kurse ist folgendes Schaubild sehr hilfreich. Dieses würde ich für die Theorieprüfung am besten auswendig lernen.

Download “Merkblatt: Funknavigation” Merkblatt-Funknavigation-1.png – 308-mal heruntergeladen – 394 KB

Beispielaufgabe

Gegeben:

  • QDR = 187°
  • VAR = 10° E

Gesucht:

  • QTE

Rechnung:

Wir befinden uns im Schaubild beim roten Fenster unten recht (QDR) und wollen zum gelben Fenster (QTE). Folglich müssen wir die Variation addieren, da es 10° E sind handelt es sich um ein positiven Wert (Siehe Mitte des Schaubilds). Demnach haben wir ein QTE = 187° + (+) 10° = 197°.

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